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KölnBonner Musikkalender, 29. Mai 2011


Annäherung an ein großes Vorbild - Das Hagerhof-Festival präsentiert Stücke von Johannes Brahms und Zeitgenössisches
Nun konnte man Erich Kästners „Die 13 Monate“ in der kongenialen Vertonung von Edmund Nick, der in den 50er Jahren immerhin etliche Jahre als Leiter der WDR-Musikabteilung in Köln wirkte, endlich auch einmal in dieser Stadt hören, wo sie von Ulrich Schütte und Gerold Huber vorgetragen wurden, die mit diesem Zyklus (und Schumanns „Dichterliebe“) eine kleine Tournee durch mehrere deutsche Großstädte gemacht haben. Der ganz eigene Stil dieser Lieder (oder sollte man sie vielleicht eher „Chansons“ nennen – es gibt keinen passenden Begriff dafür) fordert vom Interpreten eine perfekte Deklamation und auch darstellerisches Vermögen, das aber nicht zur Pose ausarten darf. Schütte hat durch intensive, inzwischen schon Jahre währende Beschäftigung eine traumwandlerische Sicherheit im Umgang mit dem Genre gewonnen, die ihm auch jene Freiheit und Gelassenheit erlaubt, sie dem Zuhörer auf höchst unterhaltsame Weise darzubieten, ohne dabei Kästners immer mitschwingende kritische Weltsicht aus dem Blick zu verlieren. Im antiken „Sancta-Klara-Keller“, wo man den Ablauf der Monate über Äonen hinweg nur durch schmale Lichtschächte erahnt, hatte Kästner und Nick ebenso wie Heine und Schumann ihren passenden Ort.

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