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KölnBonner Musikkalender, 29. Mai 2011


Zu den Musikfreunden in und um Bonn lieb gewordenen Traditionen gehören die Kammerkonzerte zu Pfingsten auf Schloss Hagerhof bei Bad Honnef, wo sich bekanntlich Jahannes Brahms anno 1896 nach der Beerdigung Clara Schumanns aufhielt, um sich von rheinischen Freunden etwas aufmuntern zu lassen. Dort spielte er ihnen seine tiefsinnigen „Ernsten Gesänge“ nach Bibeltexten vor, die sein letztes vollendetes Opus werden sollten, da er schon ein knappes Jahr später selber verstarb. Auch dieses mal standen diese unendlich traurigen Stücke wieder auf dem Programm, sowohl im Original mit Klavierbegleitung als auch in einer für eine Oktett-Besetzung adaptierten version, die hans Winking für das hier mitwirkende Thomas Christian Ensemble erstellt hatte, dem er selbser als Kontrabassist angehört. Anlass hierfür bot die Aufführung von schuberts großem Oktett F-Dur, das im Anschluss an die Brahms-Gesänge zu hören war, in einer schwungvoll-musikantischen Wiedergabe, die wienerischen Geist atmete, so wie es von Christian auch wohl zu erwarten stand, der aus der Donau-Metropole stammt. Was die Fassung der Lieder anbelangt, so bringt diese die ganze Radikalität zur Geltung, mit der Brahms hier vorging, die aber im Klavierklang eher abgemildert wirkt. Indem Ulrich Schütte, Initiator der Pfingstkonzerte, beide Fassungen vortrug, konnten besucher beider Konzerte im Vergleich die Unterschiede feststellen und für sich bewerten. Unbestritten bleibt, wie meisterhaft und beeindruckend Schütte sie beide Male vergegenwärtigte. Die Streicher des Ensembles erfreuten zudem in einer Matinee mit slawischen Klängen von Arensky und Dvorak.

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