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Generalanzeiger, 29. Mai 2009


Zwischen Schubert und Chanson - Pfingstkonzerte auf Schloss Hagerhof
Von Mathias Nofze


Ulrich Schütte ist sich sicher: "Diese Lieder sind eine Entdeckung." Zwischen "Schubert und Chanson" siedelt er die Musik an, die Edmund Nick auf Verse von Erich Kästner schrieb. Der Autor von "Emil und die Detektive" schrieb 1955 einen Gedichtzyklus, in welchem er jeden Monat des Jahres porträtierte - augenzwinkernd, heiter, melancholisch.

Was Kurt Weill für Bert Brecht, war Edmund Nick für Erich Kästner. Schon in der Zeit der Weimarer Republik hatten die beiden zusammengearbeitet. 1929 sorgten sie mit der Radio-Revue "Leben in dieser Zeit" zum Thema Weltwirtschaftskrise für Furore. 1970, im Alter von 79 Jahren, vertonte Edmund Nick die Monatsgedichte seines Freundes. Ein Alterswerk, das unterschiedliche Stile mischt: den Gassenhauer, das freche Chanson, die Moritat, den „hohen Ton" des Kunstlieds. Doch gedruckt wurde das Werk nie, und auch ob es jemals öffentlich aufgeführt wurde, ist zweifelhaft. Erst der Bassbariton Ulrich Schütte stöberte das Werk wieder auf - bei Dagmar Nick, der Tochter des Komponisten.

Jetzt steht der Zyklus beim Pfingstfestival auf Schloss Hagerhof in Bad Honnef auf dem Programm. Ulrich Schütte, künstlerischer Leiter des Festivals, wird dabei am Klavier begleitet von Jürgen Glauss. Und noch ein zweites Mal zieht das Jahr musikalisch an den Zuhörern vorüber, in Liedern von Schubert, Korngold, Schumann, Brahms bis hin zu Siegfried Wagner. Im übrigen steht das Festival im Zeichen des 200. Geburtstags von Felix Men-delssohn-Bartholdy. Julian Arp, Violoncello, und Caspar Frantz, Klavier, führen dessen Cellosonaten op. 45 und 58 sowie die "Variations concertantes" op. 17 und das "Lied ohne Worte" op. 109 auf.

Pfingstkonzerte auf Schloss Hagerhof: Sonntag, 31. Mai, und Montag, 1. Juni, jeweils 11.30 und 16.30 Uhr. Informationen unter www.hagerhof-konzerte.de

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