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Das vorläufige Programm der Pfingstkonzerte 2011


PP

Sonntag, 12.Juni 2011

Ulrich Schütte - Bassbariton

Thomas Christian Ensemble

Matthias Schorn - Klarinette
David Seidel - Fagott
Josef Reif - Horn
Thomas Christian und Christina Brabetz - Violine
Ferdinand Erblich - Viola
Othmar Müller - Violoncello
Hans Winking - Kontrabass

Konzert 1 - 11:00 Uhr

» Variationen über ein Thema von
Peter Tschaikowsky op.35a
(Anton Arenskij 1861 – 1906)

» Zwei Walzer op.54 Nr.1 und 4 op.60
(Antonin Dvorak 1841 – 1904)

» Quintett G-dur op.77
(Antonin Dvorak 1841 – 1904)

Konzert 2 - 15:00 Uhr

» Vier ernste Gesänge für Bassbariton und
acht Instrumente - Erstführung -
Eingerichtet von Hans Winking

» Oktett für Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola,
Violoncello und Kontrabass, F-dur D 803
(Franz Schubert 1797 – 1828)



PP

Montag, 13.Juni 2011

Ulrich Schütte - Bassbariton
Ainoa Padrón - Klavier

Gesangsensemble "Vocanima"

Anna Lucia Richter
Elvira Bill
Michael Mogl
Thomas Schütz
Ainoa Padrón - Klavier
Christoph Schnackertz - Klavier

Konzert 1 - 11:00 Uhr


» Vier ernste Gesänge für eine Bassstimme mit
Begleitung des Pianoforte op.121
(Johannes Brahms 1833 - 1897)

» Gebet (Fouqué) für Vokalquartett
mit Klavierbegleitung (D 815)
(Franz Schubert 1797 - 1828)

» Liebslieder-Walzer op. 52 für Vokal-Quartett
mit vierhändiger Klavier-Begleitung
(Johannes Brahms 1833 - 1897)

Konzert 2 - 15:00 Uhr

»

Vier ernste Gesänge für eine Bassstimme mit
Begleitung des Pianoforte op.121
(Johannes Brahms 1833 - 1897)

» Gebet (Fouqué) für Vokalquartett
mit Klavierbegleitung (D 815)
(Franz Schubert 1797 - 1828)

» Liebslieder-Walzer op. 52 für Vokal-Quartett
mit vierhändiger Klavier-Begleitung
(Johannes Brahms 1833 - 1897)

(Änderungen vorbehalten)



Einführung in das Konzertprogramm von Hans Winking
Hagerhof, 12.06.2011
Thomas Christian Ensemble
Beide Konzerte spinnen an einem Faden, der von Tschaikowsky über Brahms bis hin zu Franz Schubert reicht. Und schließlich spiegeln alle hier gespielten Werke die Frage nach dem Verhältnis von Kammermusik zu sinfonischer Musik.
Mit Peter Tschaikowsky ist ein Antipode von Johannes Brahms beim Namen genannt. Beide mochten sich nicht; die Antipathie gegenüber der Person und dem Werk des anderen war gegenseitig. Das begann schon bei der äußeren Erscheinung: Brahms stand für das genaue Gegenteil dessen, was den zwar auch scheuen, aber weltgewandten Tschaikowsky auszeichnete: gute Manieren; andererseits stieß Brahms an Tschaikowskys Musik die Art und Weise ab, wie dieser sich emotional gehen ließ. Aber was beide merkwürdigerweise verband, war ihre Verehrung für die Musik von Franz Schubert; seine Melancholie und Melodiosität war für beide stilbildend. Antonin Dvorak wiederum, der von Johannes Brahms nachhaltig gefördert wurde (so vermittelte er ihm einen Verleger), steht wie Tschaikowsky an der Schwelle zwischen einer eigenständige Nationalmusik und er übermächtigen zentraleuropäischen von Joseph Haydn bis Richard Strauss.
Dvorak schrieb wie Brahms „symphonische Kammermusik“ - Musik, die aus der Beschränkung auf wenige Instrumente klanglich auszubrechen scheint. Und während die Oktett-Fassung der Brahms’schen Lieder die hinter dem Klaviersatz verborgenen Instrumentalfarben ausleuchtet, war es der erklärte Wille Schuberts, sich über den Weg des Oktetts als groß-besetzter Kammermusik, eine Art kammermusikalisches Abbild des Orchesterklanges, sich den „Weg zur Sinfonie zu bahnen“.

Anton Arenskij setzt im langsamen Satz seines Streichquartettes op.35 dem von ihm verehrten Peter Tschaikowsky ein Denkmal, indem er aus dem Thema des 5. der 16 Kinderlieder op.54 (Legende) Variationen macht, die er später zu einem eigenständigen Werk (op.35a) erweitert.
Antonin Dvorak zeigt in seinem großen Streichquintett den ganzen Reichtum seiner „böhmischen“ Musik als gelungene Synthese von volksliedhaften Melodien und kunstvoller Verarbeitung.
Johannes Brahms trug seine vier ernsten Gesänge an Pfingsten 1896 während seines denkwürdigen Aufenthaltes auf dem Hagerhof sich selbst am Klavier begleitend aus dem Manuskript erstmals vor. Dies vor Augen (leider nicht „im Ohr“) hatte Hans Winking die Idee, dem spiritus rector der Hagerhof-Konzerte, dem Bassisten Ulrich Schütte vorzuschlagen, diese Brahms-Lieder doch einmal mit einer Besetzung für Kammerensemble zu machen – und welches Werk zur Komplettierung des Programms hätte da näher gelegen als Schuberts Oktett mit den vielfältigen Klangfarben seiner drei Bläser und fünf Streicher? Also eine Uraufführung mit Brahms!

Hans Winking, 21.11.2010